Löbau - Äußere Zittauer Straße - Blick von der Tonhalle zur Stadtmitte

Löbau, Äußere Zittauer Straße 51. 
Aus dem Gasthaus "Stadt Zittau" wurde 1877 "Zur Tonhalle".

"Etablissement zur Tonhalle" nach der Erweiterung, Besitzer Bruno Richter - Ansichtskarte 1903
 Verlag Adolf Göhde Nachf., Löbau

Der einstige Prachtbau ist heute nur noch zu erahnen. Die Saalanbauten verstecken sich
hinter den Bäumen 

Ansichtskarte vor dem Umbau, um 1900 - Verlag Adolf Göhde Nachf., Löbau
Quelle: Stadtmuseum Löbau

10 Glas Bier in der Tonhalle getrunken - Urkunde, 1916

Eingang

Kleiderkammer in der Tonhalle, 1915 bis 1916  - Ansichtskarte, 1916
Waffenkammer in der Tonhalle, 1915 bis 1916 - Ansichtskarte, 1916
 Verlag: Neue Postkartenquelle Görlitz
 
Im Löbauer Stadtjournal, Ausgabe 11/06 schrieb Arnd Krenz:

„Das 2. Ersatz Bataillon des (sächsischen) Infanterieregiments Nr. 102 nahm am 11.03.1915 von Zittau
kommend in Löbau ständiges Quartier. Nicht für immer – in einem Teil der Jägerkaserne etwa – sondern
nur vorübergehend, solange wie der Krieg eben noch dauert, bezogen fast 1000 Soldaten Massenquartiere in der Stadt. Das Schützenhaus, die Tonhalle, das Hotel Goldenes Schiff, der Wettiner Hof und das Stadt Löbau waren von nun an für die Löbauer tabu. Hier kampierten fortan junge Rekruten, die auf den extra angelegten Exerzierplätzen an der Äußeren Bautzner Strasse, auf dem Platz des Arbeiterturnvereins und am Schützenhaus für den Kriegseinsatz gedrillt wurden. Für etliche von ihnen war Löbau die letzte friedliche deutsche Stadt, die sie zu sehen bekamen – sie konnten dem Kriegsgrauen nur noch unter dem Leichentuch entkommen.“ 
 
Löbau, Äußere Zittauer Straße 51 - Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetriebe für Landwirtschaftliche Erzeugnisse - VEAB -, Abtl. Obst und Gemüse, 1953
 

Günter Vogel erinnert sich:
Die Tonhalle, Äußere Zittauer Straße 51 beherbergte in der DDR-Zeit  die VEAB Löbau (VEAB = Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb für landwirtschaftliche Erzeugnisse). Diese Institution war Aufkaufstelle für die Erzeugnisse von Privatpersonen, zumeist Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, aber auch tierische
Produkte, wie Eier und Geflügel und Felle. Daneben gab es Erfassungsbetriebe, die für den Ankauf von Wild-
und Gartenkräutern, vor allem aber Heilpflanzen zuständig war.Ich selbst habe in den 80er Jahren Überschüsse
aus meinem Tomatenanbau dorthin gebracht. Die Preise waren stabil, unabhängig davon, ob das Angebot hoch oder niedrig war.

 

Gartenbaugenossenschaft Kreis Löbau (Tonhalle, im Hof), 1949

August Besser, Gastwirt "Zur Stadt Zittau", 1877