Löbau, Mühlenstraße 8 - die Alte Scharfrichterei am Schinderberg

Mühlenstraße 8 - Scharfrichterei
Die "Alte Scharfrichterei am Schinderberg" ist im Mittelalter ein bekannter Flurname.
> 1530 wird Antonius Schmidt an den Galgen gehangen
> 1532 ist eine Frau gerichtet worden
> 1534 wird ein Mörder gerädert
> 1544 wird Hans Neumann, genannt Treppermatz gerädert
> 1606 wird Gregor Phillipp aus Altlöbau mit dem Schwert hingerichtet
> Nach Erneuerung des Hochgerichtes wird ...
> 1675 der Dieb Johann Frost gehangen
> 1692 wird die Magd des Bürgermeisters mit dem Schwert hingerichtet
> 1702 ist ein Schmiedegesell aus Troppau an den Galgen gekommen. Er ist der letzte, der am Hochgericht, am Fuße des Löbauer Berges gerichtet wird. Ab jetzt wechseln die Richtstätten.
> 1706 wird ein französischer Soldat vor dem Görlitzer Tor an einem Pfahl gehängt. An gleicher Stelle wird später ein desertierter Italiener standrechtlich erschossen
> 1755 wird Gottlieb Voigt auf dem Ebersdorfer Viebig enthauptet und verbrannt
> 1813 wird in Ebersdorf , am Haus 118 ein österreichischer Spion erschossen
> 1840 wird ein Husar auf der Schießwiese am Stadion hingerichtet
> 1851 wird der Giftmörder Johann Haltschanz aus Kittlitz auf der Schießwiese mit dem Schwert gerichtet durch den Scharfrichter Fritsche aus Dresden
> 1858 wird im Hof des Königlichen Amtsgerichtes Johann Heinrich Ullrich aus Carlsbrunn bei Kittlitz
mittels Fallbeil hingerichtet
  Danach finden die Hinrichtungen in der Oberlausitz im Hof der Ortenburg zu Bautzen statt.
Quelle: Löbauer Archivheft 9, Stadtarchiv Löbau, Görner, 2007
 

Hof der Scharfrichterei

 

Löbau, Mühlenstraße, Gaswerk. Im Vordergrund, rechts die Alte Scharfrichterei - Ansichtskarte, um 1935