Löbau, Alter Friedhof - Grabstätte der Familie Segnitz

... und so sah es noch 1992 aus! Heute liegen die Grabmale umgestürzt vor den Grabnischen.

Grabmal der Frau Christiane Erdmuth Segnitz, geb. Semich, 
gest. 1743
Foto: Juni 04

Grabmal des Johann Gottlob Segnitz, 
gest. 1779
Kopie aus Gurlitt

Grabmal der Frau Johanna Theodosia Segnitz,
gest. 1768
Kopie aus Gurlitt

Beschreibung von Cornelius Gurlitt, 1910:
Sandstein, 130 cm breit, etwa 230 cm hoch.
Auf dem im Grundriß geschweift gebildeten Unterbau sitzt ein geflügelter Greis mit Sanduhr und Sense. Darüber eine Kartusche, auf deren Inschrift zwei seitlich stehende Frauengestalten hinweisen. Zu Füßen der rechten ein Lamm. Die linke mit Anker und einem Vogel auf der linken Hand. Auf der Bekrönung der Kartusche sitzt vor Wolken eine nach oben zeigende Frauengestalt. Seitlich je ein Kindengel mit Kreuz und Herz.

Die Inschrift lautet:
Mors certa est incerta die hora
cognita nulli
Dieses bestättiget mit ihren Exempel
die hiebey ruhende
Tit. Debit.
Fr. Christiana Erdmuth Segnitzin geb. Semichin
... d. 17. Juny ao. 1707 ... ihres wohl... Herrn
und Vaters C.T. Johann George Semichs wohl... Herrn
des Rahts auch Kauf und Handel-Mannts hiesigen Ortes
und der noch lebenden Frau Krister Rosina Semichin geb. Marschnerin
das Licht dieser Welt erblickte d. 18. Novbr. 1727 sich mit
... Herrn Johann Gottlob Segnitzen medicina
Doctore allhier vereheligte,
mit selbigen 4 Söhne u. 4 Töchter zeugete, wovon 3 Söhne und
1 Tochter ihr in die sehl Ewigkeit vorausgegangen und ihr Leben ...
ao. 1743 des morgens nach 2 Uhr, da sie Abends vorher ruhig und wohl
sich schlafen gelegt und durch einen ... Slackfall plötzlich und
unvermuthet endigt, nachdem sie die Tage ihrer ...flichen
... gebracht auf 36 Jahr u. 12 Wochen.
Ad meliorem vitam resurget
Mein Leser
Memor es , vive memor...

Davor eine Sandsteinplatte mit Lorbeerkranz, bez.:
Unter diesem / Steine ruhet / Tit. Debit. Frau Chr. Erdm./ Segnitzin

Beschreibung von Cornelius Gurlitt, 1910:
Sandstein, 170 cm breit, etwa 350 cm hoch.
Auf felsigem Sockel ruht ein mit Blattgehängen
verzierter Unterbau. Davor eine tropfenbesetzte
Inschrifttafel. Oben ein urnenbekrönter mit
Rosengehängen geschmückter Säulenstumpf.
Seitlich vom Sockel zwei Urnen mit Köpfen,
auf niedrigen Säulenstümpfen.
Die Inschrift lautet:
Hier ruhet der Leichnam / Herrn Joh. Gottlob
Segnitz / der Arzney Wissenschaft Doctor /
u. Stadt Physicus zu Löbau / .... geb... allhier 1704
d. 3. May. / Sein ganzes Leben war der Ehre
Got / tes und dem eyfrigsten Dienst seines /
Nächsten gewidmet. / Er starb in ... den 26. Oct.
1779. / Ich weiß an wen ... 2. Tim. 1 v. 12.

Davor eine Sandsteinplatte, bez.: J.G.S.1779.

Beschreibung von Cornelius Gurlitt, 1910:
Sandstein, 1 m breit, 230 cm hoch.
Auf felsigem Sockel steht ein Sarkophag mit
einem Schädel, dessen Kopfhaut zur Hälfte
heruntergezogen ist, und einer Schlange.
Auf dem Sarkophag sitzen seitlich von einer
Urne Kindengel, die eine Rolle halten, bez.:
Tandem at Portum. / Endlich gehen wir dahinnen
Wo uns ewig wohl wird seyn. / Davon hat bereits
die Seelige Erfahrung / Tit. Deb. Frau Johanna
Theodesia Segnitzin geb. Schneiderin / welche
Ao.1701 d. 16. Jan. in Haynau in Schlesien von Tot. Tit. / H. Johann Schneidern Diacono in Haynau
und letztlich / Past. Prim. Just. der Evang. Kirchen
und Stadt / Schulen in Budissin u. Tit. Deb.
Fr. Anna Dorothea Schn. / geb. Tornauin gebohren
worden. Sich Ao. 1721 mit H. Johan / Gottlieb
Großmanen Diac. in Kittlitz und endlich Arch.-Diac. /
in Budissin u. Ao 1746 mit H. Johann Gottlob
Segnitzen Doctore et / Practico Medicinae
in Löbau ehelich verbunden / Ao 1759 von einem /
heftigen Schlag Flusse getroffen... d. 13. April 1768
...
Davor eine Sandsteinplatte mit Lorbeerkranz.