Löbau, Brunnenstraße (Brunnenweg) - Denkmal für die kurz vor Ende des 2. Weltkrieges erschossenen kriegsmüden Soldaten

Gedenkstein-Inschrift: An dieser Stelle starben als Opfer des Faschismus einige kriegsmüde Soldaten
 

Auszug aus:
Christian Hermann -
 "Die Befreiung des Kreises Löbau vom Faschismus und der beginnende Aufbau neuer örtlicher Selbstverwaltungsorgane", 1970

Am 26. April 1945 forderte der "Sächsische Postillon" alle männlichen Jugendlichen 
des Jahrganges 1928, die sich noch nicht beim Reichsarbeitsdienst oder bei der Wehrmacht befanden, zum Volkssturmappell
am 28. April 1945, 10 Uhr, Bannerausbildungslager "Stadt Görlitz", auf und drohte: "Nichterscheinen zieht wehrgesetzliche Bestrafung nach sich."

Wie diese "wehrgesetzliche Bestrafung" erfolgte, das hatten die Löbauer Einwohner bereits zweimal von dem seit 9. März 1945
im "Wettiner Hof" in Löbau einquartierten "Standgericht" der faschistischen Wehrmacht demonstriert bekommen.

Am Brunnenweg in Löbau mahnt ein Gedenkstein :
"An dieser Stelle starben als Opfer das Faschismus einige kriegsmüde Soldaten."
Die Namen von zwei der dort Ermordeten :

Kurt Rudolf Wagner und Walter Erich Wukasch.
Kurt Rudolf Wagner (Panzerschütze; geb. 4.5.1923 in Zwickau, zuletzt Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Abt. 18),
Walter Erich Wukasch (Dienstgrad: Pionier; geb. 6.4.1922 in Malschwitz Krs. Bautzen, zuletzt Pionier-Ersatz-Bataillon 28)


Kurt Rudolf Wagner und Walter Erich Wukasch wurden am 13. März 1945 nach standgerichtlicher Aburteilung durch das Feldjägerkommando II des Oberkommandos erschossen.

siehe auch: http://www.feindbeguenstigung.de/



In den ersten Apriltagen zerrten die uniformierten Mörder einen namentlich unbekannt gebliebenen Soldaten aus ihrem Fahrzeug und schossen ihn ebenfalls auf dem Brunnenweg vor den Augen der entsetzten Löbauer nieder.

Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß derartige Beispiele von Mord und Terror nicht nur bei den Soldaten, sondern vor allem unter der Zivilbevölkerung Schrecken und Furcht hervorgerufen haben, so daß den Aufforderungen zur Eingliederung in den Volkssturm bis auf wenige Ausnahmen von allen dafür tauglichen Zivilisten nachgekommen wurde. Diese mit Druck und Gewalt aufgestellte Verteidigungsformation trug aber damit schon den Keim der Auflösung beim Nahen der sowjetischen und polnischen Soldaten in sich.

Kranzniederlegung am Mahnmal am Brunnenweg, LR 1948
siehe auch: Die Flucht Walter Böges aus dem Braunen Haus in Löbau
Gedenktafel für Walter Böge am Haus Löbau, Nicolaiplatz 6 (z.Z. im Stadtmuseum Löbau)
siehe auch: Denkmal für die kriegsmüden Soldaten in Löbau-Ebersdorf, Jäckel-Berg