Löbau, Alter Friedhof  (Liebfrauenfriedhof) - das Michael Lückesche Erbbegräbnis

 

Der Löbauer Leinwandhändler Michael Lücke (Lucke) erbaute sich noch zu Lebzeiten, 1731 diese
Gruft im Stile des Barock mit den Skulpturen für Glaube und Liebe.

Das - Michael Lückesche Erb-begräbnis - Erbaut 1731 - manento mori (lat. > sterben um zu bleiben)

Foto: Aug. 2001

In der Lückeschen Gruft - Grabmal des Michael Lücke, gest. 1733

Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen,
bearbeitet von Cornelius Gurlitt, 1910:
Denkmal 280 cm breit, 305 cm hoch, teilweise vergoldet.
Auf niedrigem Sockel, vor dem in der Mitte eine Platte mit einem Segelschiff steht, dem Handelszeichen
des Verstorbenen wie im Hause "zum Schiff", seitlich je eine Inschriftkartusche.
Das eigentliche Denkmal besteht aus zwei lorbeerumrahmten ovalen Schriftfeldern; seitlich zwei Frauen, die eine
ein flammendes Herz, die andere ein Kreuz haltend (Liebe und Glaube). Über den Ovalen Engelsköpfchen.
Als Abschluss eine Glorie mit dem Auge Gottes vor Wolken; seitlich je ein Kindengel, der eine Seifenblasen machend
Die Inschrift lautet:

Inschrift der linken Kartusche

Inschrift der rechten Kartusche

Mein Wandersmann,
Hier findest du die Klugheit der Gerechten.
Herr Michael Lücke, Senior
Kauff- und Handelsmann bey dieser Stadt
bildet durch seine Grufft ab,
wie herrlich das Hauß
sey, darinnen Er Gott ewig schauen werde.
Er ist von
Meister Johann Lücken, Ober Eltesten der Schu
macher, und Frau Annen Lückin gebohrner Müllerin,
von Zittau, den 14. September 1661 allhier gebohren worden
1692
den 10. September verehelichte Er sich mit
Jungfer Christianen gebohrner Hennigin,
...
ward in 40 Jahren von 7 Kindern und 21 En
ckeln, ein gesegneter Vater.
Nun ist seine Seele genesen,
Alß Er den 28. Juny, Anno 1733 in die
Häuser des Friedens eingegangen...
Seelig sind die Augen, die das
sehen, was Er siehet.

Daß auch der Todt
Das wahre Band einer ruhigen Liebe
nicht zerreißen kann
Sehen wir in dieser Grufft
an
Tit. Frauen Christianen Lückin...
den 9. May 1667 erblickte Sie in Löbau diese Welt.
Ihr lieber Vater war
Herr Jacob Hennig, Kauff- und Handelsmann,
die Mutter aber
Frau Christiana, eine gebohrne Hausigin...
gest. den 6. July Ao: 1738...
O! wie ruhig seyd Ihr doch ihr Frommen
die ihr durch den Tod zu
Gott gekommen.

Unten: Joh. 3. v. 2 und Es. 57. v. 2
Mit Spuren von Bemalung.

 
Löbau, Frauenkirchhof - Lückesche Gruft
Quelle: Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen,
bearbeitet von Cornelius Gurlitt, 1910
 
Löbau, Frauenkirchhof - Tor der Lückeschen Gruft
 
Quelle: Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen,
bearbeitet von Cornelius Gurlitt, 1910