Rittergut Großschweidnitz, um 1860
Poenicke, G.A. : Album der Rittergüter und Schlösser im Königreich Sachsen, 1860
 
Zufahrt zum Herrenhaus über das Littwasser
 
 Blick aufs Schloss der Kgl. Landes-Anstalt Gross-Schweidnitz - Ansichtskarte, 1915
Brück & Sohn, Meissen
Gross-Schweidnitz - Ansichtskarte, 1910
 
Herrenhaus, 1882 umgebaut
 
Ziergiebel des Herrenhauses
 
Wappen des Gottlieb August von Leubnitz, Besitzer der Rittergutes von 1764 - 1775
 
Einfahrt zum Rittergut vom Krankenhaus
 
Großschweidnitz, Hof - Mühle | Messtischblatt, 1883, bearb. P. Emrich
 
Beschreibung des Rittergutes von Cornelius Gurlitt, 1910:
"Das Herrenhaus der Rittergutes brannte 1638 nieder und wurde bald darauf wiederhergestellt, 1768 aber vom Landesältesten Gottlob August von Leubnitz auf Friedersdorf (gest. 1775) abgebrochen und neu errichtet. 1882 wurde es vollständig umgebaut, 1898 vom Staat  mit Wirtschaftsgebäuden und Grundbesitz angekauft.
Einfaches Haus von 5 Fenstern Front, ursprünglich mit nur einem Geschoß und Dachausbau im Mittelrisalit; teilweise umgebaut. An den Ecken des Gebäudes und den Seiten der Mittelvorlage moderne Quaderung in Putz. Das Obergeschoß modern. Die Decken mit Kehlen und Rundstableiste.
Im Mittelzimmer erhielten sich zwei barocke Kamine mit nach unten geschweiftem Sturz und darüber befindlichen Pfeilerspiegeln.
Niedrige Wandverkleidung mit hölzernen Rahmen und geputzten Feldern.
Bemerkenswert ist die hübsche Anlage eines von Linden beschatteten laubenartigen Platzes
in der Mitte vor dem Herrenhause, von dem mehrere Stufen herabführen.
Die Steinpfeiler der Brüstung mit barocken Füllungen. Das vorliegende Gelände ist nach dem Hofe zu terrassenförmig abgetreppt. Vor dem Austritt ein kleiner Teich. Im weiteren Verlaufe der Achse
die Spitze des Kottmarsdorfer Kirchturmes in 6,5 km Entfernung.
Eine alte Lindenallee führt durch das alte Gutsgehöft. Nordwestlich, im Parke, ein Forellenwasser;
die Litte.
Die Torpfeiler mit Kugeln.
Sonnenuhr, kannelierte Säule, gegen 140 cm hoch. Auf der Deckplatte ein Messingwinkel.
Zwei Steinkreuze standen bis zur Zeit des Bahnbaues halbversunken im Höllental. Auf dem einen Stein war ein Armbrust eingemeißelt. Angeblich führte sie die Sage - vielleicht hier wegen der Waffe nicht ohne Berechtigung - auf die Hussitenzeit zurück."
                                    
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Nach dem 8. Mai 1945 verfügte die sowjetische Besatzungmacht über das Anstaltsgut.
1949 erhielt der deutsche Staat das Gut zurück und die Heil- und Pflegeanstalt bekam
es wieder in ihre Verfügungsgewalt.
Ab 1.1.1953 wurde das Gut von der Verwaltung Volkseigener Güter (VVG) übernommen.
Es entstand somit das Volkseigene Gut (VEG) Großschweidnitz, dem weitere Güter
angeschlossen wurden. Ein Vertrag zwischen dem VEG und der Krankenanstalt
regelte die Beschäftigung Geisteskranker auf dem Gut.  Räume des Herrenhauses wurden von
der Rehabilitierungsabteilung der Krankenanstalt genutzt.
Bis in das Jahr 1990 wurde eine leistungsstarke Tierproduktion aufgebaut.
1991 endete jegliche volkseigene Produktion.
Heute wird das Gut in Privatbesitz weiterbetrieben.
Literatur-Quelle: Johanna Wolf - Chronik von Großschweidnitz und Kleinschweidnitz, Teil 4.