Historische Stadtbrände in Löbau

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Brand in der Kirchgasse (jetzt Nicolaistraße), den 12. Juni 1846 früh 1/2 3 Uhr.
Bildquelle: Stadtmuseum Löbau

 

Der erste nachweisbare Brand war 1378. Er soll in der Pfarrkirche entstanden sein und hat große Teile der Stadt in Mitleidenschaft gezogen.

Am 01.01.1429 steckte ein bestochener Brauknecht die Stadt in Brand. Sie brannte völlig ab und hat erst 1489 die Ratskür wieder bekommen. Wir haben es eigentlich den Görlitzern zu verdanken, dass es uns überhaupt noch gibt. Sie legten ihr Veto ein, als Löbau geschliffen werden sollte.

Der nächste größere Brand war am 04.09.1570, als aus einem Malzhause heraus das Feuer auf die benachbarten Häuser übergriff und Teile der Stadt zerstörte. Hier gibt es unterschiedliche Angaben zum Grad der Zerstörung.

Am 06.08.1678 brach ein Brand am unteren Teil der Zittauer Gasse aus. Der östliche Teil der 
Zittauer Gasse, die Hintergasse und die Quergasse fielen hier den Flammen zum Opfer.

Am 22. Oktober 1710 tobte in Löbau einer der schwersten Feuersbrünste in der Geschichte der Stadt . 
Ein Drittel Löbaus, einschließlich des Rathauses, fielen den Flammen zum Opfer .

In der Bautzner Vorstadt entstand am 11.06.1806 ein Brand, der 14 Häuser, 37 Scheunen und 2 Schuppen zerstörte.

Anno 1811, am 06.03., brach ein Brand in Manitze´s Scheune vor dem Zittauer Tor aus. Diesmal waren es 39 Häuser und 5 Scheunen, die den Flammen zum Opfer fielen.

Dann war noch ein Brand am 21.03.1845 auf der Hintergasse und
am 12.06.1846 auf der Kirchgasse.

Stadtbrand am 20. Januar 1853 - die Altmarkt-Südseite brennt nieder.


Am 20. Juli 1862 kam es im Haus des Bäckermeisters und Turmerbauers Friedrich August Bretschneider nachmittags in der 6. Stunde zu einem Brand, der rasch auf andere Häuser, hauptsächlich in Richtung Eichelgasse, übergriff. Begünstigt wurde dies durch die überwiegend hölzerne Bauweise der Gebäude und das langsame (was für damalige Zeiten durchaus verständlich war) Eintreffen von Feuerspritzen.
Zuerst erfassten die Flammen das benachbarte Dehne´sche Haus, dann das Grohmann´sche. 
Sie übersprangen die Eichelgasse und dadurch kam auch noch das Haus des Seifensieders 
Lehmann jun. zu Schaden.
Da die Löbauer Feuerspritzen allein der Glut nicht Herr werden konnten, rückten die Gemeinden Ebersdorf, Kleinschweidnitz, Kottmarsdorf, Dürrhennersdorf, Ober- und Niedercunnersdorf, Großschweidnitz, Lawalde und Ottenhain ebenfalls mit Löschgerät helfend an, sodass die Flammen nach
etlichen Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Ab ungefähr der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es wegen des organisierteren Löschwesens keine größeren Stadtbrände mehr.

Heimatforscher Arnd Krenz

 

Brand in der Hintergasse (jetzt Johannisstraße) am 21. März 1845