Wendisch Paulsdorf bei Löbau - Rittergutsbesitzer

1436 Stadt Löbau 1787 Carl Michael Mühle
1630 Heinrich von Rabenau 1797 August Benjamin u.Louise Frederike Leonore Mühle
1661 Siegfried von Rabenau 1804 Peter Mosig von Aehrenfeld
1687 Carl Gottlob von Rodewitz 1805 Johann Christoph von Leuthold
1696 Caspar Gottlob von Theler 1827 Anton Balthasar von Rabenau
1704 Johann Hartwig von Nostitz 1841 Hans Carl Florian von Nostitz-Drzewiecki
1709 Hans Caspar von Berge um 1900 Theodor Dürr
1725 Carl Heinrich von Rechenberg  
1765 Henriette Caroline von Rechenberg Quelle: 018
 
Postkarte aus dem Jahre 1911
Den Titel Geheimrat (Geheimer Rat) erhielten Personen, die zur Entscheidungsfindung in Politik und Wirtschaft maßgeblich beitrugen, die Anrede war Exzellenz.
 
Neujahrskarte von Theodor und Sidonie Hedwig Dürr, 1908
 
1630 erwarb Heinrich von Rabenau das Rittergut Wendisch Paulsdorf.
Anfang des 20. Jh. gehörte es der Familie Dürr (Leutnant Theodor Dürr). 
Es gehörte zu den modernsten seiner Zeit. Alle Ställe waren mit fließendem Wasser ausgestattet, selbst das Entmisten war mechanisiert. Die Weiden rund um Wendisch Paulsdorf bis zum Löbauer Berg waren eingezäunt und mit modernen Tränken (Wasserleitung) versehen.
Nach dem Krieg wurde die Familie Dürr enteignet und flüchtete in die BRD.
Ins Haus kamen Flüchtlinge aus dem Osten. 
Mit der Bodenreform wurden auch einige Stallungen an Neubauern übergeben. Danach nutze die LPG alle Gebäude. Mitten im Hof stand im Sommer die Dreschmaschine, sie wurde von einem Traktor angetrieben. Alle Bauern brachten Ihr Getreide zum Dreschen.

Text: Dietmar Wendler
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Der frühere  Rittergutsbesitzer, Rittmeister Leutnant Theodor Dürr übernahm Anfang des 20. Jahrhundert das Rittergut Wendisch-Paulsdorf. Im Bestand des Rittergutes befand sich auch eine ca. 60-stückige  Rinderherde (Rinderherdbuch). Die Modernisierung der Landwirtschaft unter der Maßgabe des Herdbuchbestandes lag dem Rittergutsbesitzer sehr am Herzen. So wurde auch ca. um 1920  eine Trinkwasserversorgung geplant und errichtet. Ich glaube, es ist eine der ersten zentralen Trinkwasserversorgungsanlagen, die in dörflicher Umgebung in der Oberlausitz errichtet wurde.  Die Quelle lag im Schwarzbusch (gehörte früher zum Rittergut Wendisch-Paulsdorf – nach 1945 Bodenreformwald) auf Wendisch-Paulsdorfer Flur, unmittelbar an der Grenze zur Ebersdorfer Flur. Die Hauptleitung wurde bis in das Oberdorf zu einem Sammelbehälter geführt. Von dort erfolgte die Versorgung des Rittergutes (Trinkwasser für Mensch und Tier sowie Kühlung und Entmistung). Wer von den übrigen Wendisch-Paulsdorfer Grundstückseigentümern wollte, wurde an das Ortsnetz angeschlossen. Auch mein Urgroßvater, Herr Ernst Michler, als Eigentümer der Liegenschaft Wendisch-Paulsdorf Nr. 7 erhielt einen Anschluss. Als Gegenleistung wurde auf einem Teil seines Grundstückes (zur Dorfstraße) ein Verteilerschacht errichtet.

Etwa 1959 gab es Probleme mit der Wasserfassung im Schwarzbusch. Durch die Bewohner von Wendisch-Paulsdorf (damals Rosenhain B) wurden die schadhafte Stellen aufgegraben und durch Fachleute repariert. Nach 1990 erfolgte der Anschluss des Dorfes an das Sdier-Fernwassernetz. Die alte Wasserversorgung wurde nicht mehr benötigt und rückgebaut bzw. verfiel.
Text und Foto: Günter Vogel, 29.10.2013